Kostenlose Wanderalternativen auf Madeira (Non-PR-Wege)
Die besten kostenlosen Wanderalternativen auf Madeira: schöne Non-PR-Wege ohne Buchung und Gebühr – mit Tipps zu Strecken, Schwierigkeit und Navigation.
Audrey Zarlenga··Aktualisiert

Vielleicht hast du es schon mitbekommen: Viele der bekanntesten Wanderungen auf Madeira brauchen inzwischen eine Buchung und Gebühr. Gleichzeitig gibt es weiterhin jede Menge schöner Non-PR-Wege – kostenlos, flexibel und oft ruhiger. In diesem Artikel erklären wir, was „Non-PR“ bedeutet, wie sich das vom offiziellen Netz unterscheidet und wie du diese Alternativen sicher entdecken kannst.
PR- vs. Non-PR-Wanderungen 2026
Seit dem 1. Januar 2026 brauchen alle klassifizierten PR-Wege (die offiziellen, nummerierten Routen wie PR1, PR6, PR8, PR9, PR11 usw.) für Nicht-Residenten eine Online-Reservierung und eine Gebühr über das SIMplifica-System.
Die Regeln sollen den empfindlichen Lorbeerwald (Laurissilva) schützen, Stoßzeiten entzerren und die beliebten Levadas sicherer und geordneter machen.
Non-PR-Wanderungen sind alle anderen Pfade, Levadas sowie Küsten- oder Dorfrunden, die nicht zum klassifizierten Netz gehören. Sie brauchen derzeit weder Buchung noch Zahlung – und sind oft genauso beeindruckend. Viele dieser Wege sind ruhiger als die „Big Five“ der PR-Levadas und eignen sich gut, wenn du spontan losziehen willst, die Klassiker umgehen oder einfach flexibel bleiben möchtest – ohne Ticket und Zeitfenster.
Viele Non-PR-Optionen bieten trotzdem klassisches Madeira-Feeling: Levada-Abschnitte, Lorbeerwald, Steilküste oder Wege von Dorf zu Dorf – nur ohne „PR“-Label und ohne Drehkreuze.
Die 5 besten Non-PR-Wanderwege
Vereda do Larano (Porto da Cruz – Machico)

Eine sehr schöne und abwechslungsreiche, aber recht lange Tour von der Süd- auf die Nordseite der Insel. Anders als auf AllTrails empfohlen, starten wir in Machico (kostenloser Parkplatz) und steigen zuerst zum Pico do Facho auf. Von dort geht es Richtung Boca do Risco – größtenteils flach entlang einer Levada. Über Boca do Risco erreichst du die Nordseite und folgst einem spektakulären Küstenweg nach Porto da Cruz. Dort stärkt das Restaurant A Pipa mit gutem Essen (und kräftiger Poncha!) nach der langen Tour.
Levada Nova & Levada do Moinho (Ponta do Sol)

Eine sehr schöne Rundtour oberhalb von Ponta do Sol: Hinweg auf der Levada Nova, Rückweg auf der Levada do Moinho – deshalb überwiegend flach (rund 50 m Aufstieg zur Levada Nova). Wir stufen die Tour als familienfreundlich ein, weil sie nicht besonders fordernd ist – vorausgesetzt, du bist trittsicher und schwindelfrei. Es gibt einige ungesicherte, aber ausreichend breite Passagen.
Wasserfälle, Tunnel und Ausblicke ins Küstental gehören dazu – für die Tunnel reicht das Handylicht, gutes Schuhwerk ist trotzdem wichtig.
Trilho da Vereda da Trompica

Foto: Wikiloc
Eine abwechslungsreiche Rundwanderung durch Madeiras Bergland – gut geeignet, wenn du eine mittelschwere Tour abseits der bekannteren Wege suchst.
Start und Ziel ist der Miradouro Boca da Corrida (Jardim da Serra). Vom Aussichtspunkt hast du schon eindrucksvolle Blicke auf Curral das Freiras (das Nonnental) und die umliegenden Gipfel. Vom Parkplatz folgst du zuerst dem Weg, bis der Rundkurs beginnt.
Ein Tipp aus der Praxis: Der Einstieg in die Runde ist nicht markiert und leicht zu übersehen. GPS-Navigation hilft (zum Beispiel über AllTrails, verlinkt in unserem App-Eintrag), damit du genau siehst, wo du abbiegen musst.
Die größte Herausforderung ist der Aufstieg zum Chão dos Terreiros auf 1.436 Metern. Die Route führt durch offene Bergheide und Abschnitte des Lorbeerwalds. Oben warten weite Ausblicke über Campanário, Câmara de Lobos und die Südküste – bei klarem Wetter auch Richtung Norden und Westen.
Noch eine Navigationsstelle: Am höchsten Punkt ist die Fortsetzung des Weges nicht sofort erkennbar. Ein kurzer Blick auf die GPS-Karte lohnt sich.
Unterwegs bekommst du schöne Perspektiven auf Madeiras zentrales Bergmassiv, das dramatische Tal von Curral das Freiras und die Südwestküste.
Tipp: Wegen der Höhe und einiger steiler Abschnitte ist Trittsicherheit wichtig. Das Wetter kann hier schnell umschlagen – vorher den Forecast checken.
Die Tour eignet sich auch gut als Alternative zum PR12: gleicher Start am Aussichtspunkt, ähnliche Blicke ins Curral das Freiras.
Levada dos Piornais

Foto: Walkme
Die Levada dos Piornais – auch als „Bananenwanderung“ bekannt, weil sie durch viele Bananenplantagen führt – verläuft oberhalb der Hotelzone von Funchal und bietet immer wieder tolle Blicke auf Stadt und Meer. Sie verbindet Funchal und Câmara de Lobos auf rund 10 Kilometern – wer will, kann jederzeit umkehren und abkürzen. Der erste Abschnitt in Funchal ist sehr leicht, ohne nennenswerte Steigung und für fast alle geeignet. Später wird es anspruchsvoller: steile Hänge, beeindruckende Talblicke und niedrige Felsentunnel – ab hier brauchst du Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.
Für eine gemütliche Pause unterwegs ist die Snackbar Casa da Levada der ideale Zwischenstopp.
Arco de São Jorge – Miradouro de São Cristóvão

Diese Tour lieben wir, weil sie unglaublich abwechslungsreich ist und grandiose Ausblicke auf Madeiras Nordküste bietet. Mit den Höhenmetern brauchst du eine solide Grundkondition, um sie richtig zu genießen.
Ein guter Ausgangspunkt ist das Café Cabo Aéreo: vor oder nach der Tour einkehren – oder einfach einen Drink mit Blick auf die Nordküste genießen. Zuerst geht es steil und uneben über Kopfsteinpflaster hinunter zum Calhau de São Jorge (auf die Füße achten!). Unten lädt ein von den Bergen gespeister See zum Baden ein – wunderbar! Danach ein kurzes Stück zurück und weiter auf dem Küstenweg über dem Atlantik. Mit tollem Küstenblick geht es zur Ponta de São Jorge, von wo aus du wieder hinauf zum Parkplatz am Café Cabo Aéreo steigst. Absolute Empfehlung!
Wichtige Hinweise zu Non-PR-Wegen
Bevor du diese Wege gehst, solltest du wissen:
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Die Markierung ist oft lückenhaft: alte Holzpfosten, Farbmarkierungen – oder gar nichts. Zuverlässige Navigation (Offline-GPS, detaillierte App oder GPX-Track) ist deshalb essenziell.
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Die Pflege ist weniger systematisch. Umgestürzte Bäume, Rutschungen, überwucherte Abschnitte oder ungesicherte Abgründe kommen häufiger vor als auf PR-Levadas.
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Offizielle Karten und Sperrhinweise konzentrieren sich vor allem auf PR-Wege. Zustand und Sicherheit unklassifizierter Pfade werden weniger eng überwacht.
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Weil diese Wege nicht betreut oder regelmäßig kontrolliert werden, brauchst du mehr Eigenverantwortung: Wetter prüfen, passende Ausrüstung und genug Wasser mitnehmen – und früh umkehren, wenn Gelände oder Exposition zu viel werden.
So hilft dir die Madeira Unlocked App

In der Madeira Unlocked App ist Wandern in zwei klare Kategorien geteilt: Wanderungen (PR-Wege) für die offiziellen, regulierten Routen und Wanderungen (Non-PR-Wege) für freie, nicht regulierte Alternativen. So siehst du schnell, welche Touren Buchung und Gebühr brauchen und welche flexibel bleiben – und kannst trotzdem alles auf derselben Inselkarte entdecken.
Bei Non-PR-Touren legt die App den Fokus auf praktische Details, die abseits des offiziellen Netzes besonders zählen: ungefähre Schwierigkeit, Distanz und Höhenmeter, typisches Gelände sowie Hinweise zu Navigation und Exposition.
Alle diese Wanderungen sind sorgfältig kuratiert – von Menschen, die auf der Insel leben – damit du die besten Touren auf Madeira findest.
