Unterwegs auf Madeira 2026: Der ultimative Transport-Guide für Besucher
Steile Straßen und verstreute Highlights machen die Planung der Anreise auf Madeira wichtig. Unser Guide 2026 zeigt alle Wege: SIGA-GIRO-Busse (Preise, Tickets, Routen), Taxi, Bolt/Uber, Mietwagen und Scooter, Seilbahnen sowie die Fähre nach Porto Santo – plus Tipps zu Stoßzeiten, Apps und was du vorab buchen solltest.
Audrey Zarlenga··Aktualisiert

Madeiras steile Straßen und die zerklüftete Küste machen schnelle Wege zwischen Levadas, Stränden und Aussichtspunkten nicht gerade einfach – mit etwas Planung holst du aber das Beste aus deinem Aufenthalt heraus.
Dieser Guide gibt dir einen kurzen Blick auf traditionelle Transportmittel und geht dann ausführlich auf die Optionen 2026 ein: öffentliche Busse im SIGA-GIRO-System, die Fähre nach Porto Santo und weitere Angebote für Besucher – von Stadtlinien in Funchal bis zu regionalen Verbindungen.
Bitte beachte: Alle Preise in diesem Artikel sind Stand Februar 2026 und können sich ändern.
Kurze Geschichte der traditionellen Transportmittel auf Madeira
Die Insel mitten im Atlantik ist nicht nur für Berge und üppige Vegetation bekannt, sondern auch für traditionelle Transportmittel, die Kultur und Geschichte widerspiegeln.
Manche davon sind bis heute im Einsatz – und haben die Entwicklung der Region und den Alltag der Madeirer lange mitgeprägt.

Foto: madeiraislanddirect.com
Wege und Fortbewegung zu Fuß
Bevor es moderne Straßen gab, war der Transport auf Madeira wegen des Geländes extrem mühsam. Man bewegte sich vor allem auf Pfaden und schmalen Wegen – den sogenannten Veredas und Levadas.
Veredas verbanden Dörfer und ländliche Gebiete. Die Levadas – Bewässerungskanäle quer über die Insel – brachten nicht nur Wasser, sondern dienten auch als Fußwege.
Häufig trugen Einheimische Waren auf dem Rücken oder nutzten Weidenkörbe an Maultieren, um landwirtschaftliche Produkte wie Bananen, Trauben und Kartoffeln vom Land in die Orte und Städte zu bringen.

Foto: madeiraislanddirect.com
Madeiras vergessene Eisenbahn
Einst gab es auf Madeira eine kurze, aber ikonische Zahnradbahn: die Monte Railway, 1912 eröffnet. Sie verband den Bahnhof Pombal in Funchal mit Monte – 3,9 km steiles Gelände, Dampfloks und das Riggenbach-Zahnradsystem. Beliebt bei wohlhabenden Touristen und Einheimischen für den schnellen Aufstieg mit Blick über die Stadt, bis die Katastrophe kam: Am 10. September 1919 explodierte ein Kessel, vier Passagiere starben, weitere wurden verletzt – das Vertrauen war zerstört.

Foto: essential-madeira.com
1920 ging der Betrieb mit neuen Loks kurz wieder los, doch eine Entgleisung 1932 schürte neue Angst. Der Zweite Weltkrieg ließ den Tourismus einbrechen, die Finanzen folgten. Die letzte Fahrt war im April 1943 – danach wurden Gleise demontiert, Material verschrottet, Bahnhöfe umgenutzt. Eine Wiederbelebung ist heute nicht geplant: Die Seilbahn Funchal–Monte ersetzt die Strecke effizient.
Statt Zügen halten heute Busse, Fahrdienste, Mietwagen, Taxis, Fähren und Seilbahnen die Insel in Bewegung – 2025 kamen laut DREM rund 2,5 Millionen Gäste in die touristische Beherbergung (nicht zu verwechseln mit den knapp 13 Millionen Übernachtungen). Los geht’s mit der beliebtesten Option: dem Bus.
Unterwegs auf Madeira 2026
Busse meistern: Das SIGA-Netz
Für Touristen bieten SIGA-Busse oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Panorama-Fahrten an Lorbeerwald und Meer vorbei – deutlich günstiger als ein Mietwagen. Allerdings decken die Busse nicht die ganze Insel ab, und außerhalb Funchals können die Wartezeiten lang sein.
Früher war das System kompliziert: vier Unternehmen – Horários do Funchal (gelbe Stadtbusse), SAM (Ostküste), Rodoeste (Westküste) und Caniço (Südküste). 2024 hat SIGA alle vier ersetzt und ein gemeinsames Netz für die ganze Insel geschaffen. Kein App-Hopping und kein Ticket-Chaos mehr: Eine GIRO-Karte gilt für alle Busse.

Abdeckung und Zuverlässigkeit
Funchal ist sehr gut angebunden. Sobald du Richtung Nordküste fährst oder zwischen mehreren Orten umsteigst, wird’s zäher: Die Linien decken die Hauptinsel ab, aber die Takte sind dünner und Wartezeiten länger.
Wichtig: Seit März 2026 stellt SIGA auf eine einheitliche dreistellige Liniennummerierung um (alte Nummern können an Haltestellen noch auftauchen). Aktuelle Nummern und Fahrpläne am besten auf der SIGA-Website oder in Google Maps prüfen.
Beliebte Verbindungen (Stand neue Nummern):
- 380 / 381 Funchal – Porto Moniz via Calheta (ca. 3 Stunden; früher 80/81)
- 340 / 341 Funchal – Porto Moniz via São Vicente (früher u. a. 139)
- 500 Aerobus zwischen Flughafen und Funchal (Hotelzone)
- 020 / 021 Funchal – Monte (Alternative zur Seilbahn)
- 181 Funchal – Curral das Freiras
- Stadtlinien in Funchal zu Promenade, Märkten, Seilbahn und Lido – oft alle 15–30 Minuten
Zum Pico do Arieiro gibt es keinen regulären Linienbus. Dorthin kommst du mit Mietwagen, Taxi/Fahrdienst, Mitfahrgelegenheit oder einer organisierten Tour.
Ländliche Linien sind dünner – im Norden oft nur 1–2 Busse pro Stunde.
Neu 2026: An wichtigen Haltestellen (vor allem in Funchal) verkaufen Automaten rund um die Uhr Tickets.
Preise, Tickets und Spartipps
Tickets kannst du im Bus bar kaufen (bitte passend mitbringen – Münzen unter 0,05 € werden nicht angenommen). Mit GIRO-Karten (Aufladegebühr ca. 0,50–5 €) sparst du 25–40 %. Karte kaufen oder aufladen kannst du in über 200 Payshops (z. B. Pingo Doce), an Kiosken im Anadia Shopping oder an den Schaltern an der Avenida do Mar in Funchal. Kinder von 6 bis 12 zahlen die Hälfte, unter 6 Jahren ist die Fahrt frei. Senioren und Studierende haben Sozial-Abos.
Typische Preise 2026: 2 € bar (1,45 € mit GIRO) für Fahrten innerhalb Funchals; 2,60 € (1,95 € mit GIRO) für Überlandfahrten (die meisten Touristenstrecken).
Aerobus Flughafen–Funchal: ca. 6,50–6,70 € (je nach Tarif/Quelle; mit GIRO oft etwas günstiger).
Für Vielfahrer: 24-Stunden-Pass (12,50 € mit GIRO) für unbegrenzte Busfahrten im SIGA-Netz; 3- und 7-Tage-Optionen gibt es seit Januar 2026.
Insider-Tipp: Mit rund 20 € Guthaben auf der GIRO-Karte kommst du oft eine Woche lang gut mit dem Bus zurecht – auf Madeira und auch auf Porto Santo (SIGA/GIRO gilt dort ebenfalls für die Busse). Die Fähre nach Porto Santo ist ein separates Ticket und nicht über GIRO abgedeckt. An Wanderstarts kommst du nur dort mit dem Bus an, wo tatsächlich eine Linie hinfährt – viele Trailheads sind ohne Auto oder Tour nicht erreichbar.
| Öffentliche Busse | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| SIGA-Busse | Günstige Preise, schöne Strecken, Inselnetz, in Funchal dicht und regelmäßig | Lange Wartezeiten im Norden oder auf dem Land (1–2×/Std.), ungleichmäßige Abdeckung. Ungeeignet für sehr abgelegene Ziele | 1,45–1,95 €/Fahrt mit GIRO2–2,60 € bar12,50 € für den 24h-Pass | Budget-Reisende, Aussichts-Tagestrips, Stadtstrecken in Funchal |
Madeiras bekannte Seilbahnen

Foto: VisitMadeira
Auf Madeira gibt es 7 Seilbahnen (Teleféricos). Die wichtigste führt vom Bahnhof Almirante Reis in Funchal nach Monte – 15 Minuten, 560 Höhenmeter. Hin und zurück ca. 16–18 €. Oben bist du nah am Monte Palace Tropical Garden und am Start der Korbschlitten. Alternativ zum Aufstieg: Bus 020 oder 021 (ca. 2 €).

Foto: Madeira Lovers
Die anderen sechs sind weniger bekannt, oft günstiger – und führen zu schönen, weniger überlaufenen Seiten der Insel:
- Seilbahn Botanischer Garten (10 € hin und zurück, 9 Minuten über die Ribeira de João Gomes, tolle Blicke auf Funchal)
- Rancho – Cabo Girão (5 € hin und zurück. Viele fahren nur zum Skywalk; wir fanden die Seilbahn die Steilküste hinunter oft schöner – in 6 Minuten bis zum Wasser)
- Fajã dos Padres (ca. 12 € hin und zurück für die Seilbahn; optional gibt es vor Ort Zusatzangebote wie Führungen)
- Ponta do Garajau zum Cristo Rei (3 € Rückfahrt – zu einem schönen Kieselstrand, beliebt zum Schnorcheln und Tauchen)
- Achadas da Cruz (5 € Rückfahrt – die steilste Seilbahn Madeiras, in 5 Minuten zu den Farmen am Meer)
- Rocha do Navio (5 € Rückfahrt – quer abwärts mit Blick auf Meer, Klippen und Wasserfall)
Am besten online vorbuchen und früh kommen, um Schlangen zu vermeiden. Von Monte zurück: SIGA-Bus oder eine traditionelle Korbschlittenfahrt.
| Seilbahnen | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| 7 Seilbahnen auf der Insel | Zugang zu sonst schwer erreichbaren Orten, schöne Ausblicke, kurze Fahrten, etwas Adrenalin | Auf saisonale Sperrungen achten; in der Hochsaison oft lange Schlangen; wetterabhängig | 3–18 € hin und zurück | Aussichtspunkte, abgelegene Orte, Familien / kurze Hops |
Fahrdienste: Bolt und Uber – stark in der Stadt, riskant auf dem Land

In Funchal glänzen Bolt und Uber: per App schnell zum Flughafen (ca. 15–25 €), zum Nachtleben oder zum Abendessen nach Câmara de Lobos.
Tipp: Achte auf den TVDE-Aufkleber am Auto – so erkennst du legal registrierte Fahrer.
Hinweis: An Wochenenden und bei großen Events steigen die Preise oft dynamisch an (sogenanntes Surge Pricing – höhere App-Preise bei starker Nachfrage).
Mit inzwischen rund 750 Fahrern sind Wartezeiten in Funchal außerhalb der Stoßzeiten zentral oft 5–10 Minuten. An der Nordküste oder in abgelegenen Dörfern wird’s schwierig: kaum Abdeckung im Norden (keine Abholung in Porto Moniz), in Inlandsorten (Paul do Mar, Arco da Calheta) und auf Porto Santo. Außerhalb Funchals sind 20+ Minuten Wartezeit üblich; bei Regen oder Hochbetrieb steigt die Stornoquote. Gut für kurze Strecken – für lange Levada-Tage eher mit Bus kombinieren.
| Fahrdienste | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Bolt / Uber | Bequem per App, kurze Wartezeiten in Funchal (5–10 Min.), oft günstiger als Taxi | Schwache Abdeckung auf dem Land/Norden, höhere Preise bei Peak/Events, Stornos bei Regen | Traditionell ca. 50 % günstiger als Taxica. 25 € Flughafen–Funchal | Stadt Funchal, Flughafentransfers, Gruppen/Nachtleben, kurze Strecken zwischen Orten |
Vamos Juntos: Madeiras neue Mitfahr-App
Mit Vamos Juntos kam 2025 eine flexible Mitfahr-Option: Fahrten anbieten oder mitfahren – zum Flughafen, zu Wanderstarts oder Richtung Porto Moniz. Preise oft verhandelbar (ca. 5–15 € pro Person).
Beliebt bei Wanderern: Statt teurer Tour-Anbieter für die PR1 Vereda do Areeiro mit Locals matchen. Die App etabliert sich gerade als flexibles Pendant zu SIGA – lohnt sich im Blick zu behalten.
| Mitfahren | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Vamos Juntos | Flexibel für Wanderungen und abgelegene Orte, Matches mit Locals, niedrige geteilte Kosten | App-abhängig, variable Zuverlässigkeit, oft Verhandlung nötig | Ca. 50 % günstiger als Uber/Bolt | Wanderer, Flughafenfahrten, Gruppen an der Nordküste, Tagestrips zwischen Orten |
Mietwagen und Scooter
Die meisten entscheiden sich für Mietwagen oder Scooter, weil sie damit jederzeit überall hinkommen. Die Straßen sind aber eng und steil – und mit mehr Besuchern werden beliebte Orte (vor allem Wanderstarts wie Pico do Arieiro) und Funchal voll. Parken wird eng: oft Kreisen oder längere Fußwege. Autos ca. 30–100 €/Tag, Scooter 20–40 € – teurer als Bus, dafür volle Kontrolle.
Tipps:
- In der Madeira Unlocked App findest du Partner-Rabatte auf Mietwagen, Scooter und vieles mehr – mittlerweile über 1.000 € potenzieller Ersparnis.
- Für Mietwagen empfehlen wir Automatik: Die steilen Abschnitte und Stop-and-go in Serpentinen sind damit deutlich entspannter.
- In zweispurigen Kreisverkehren gilt in der Praxis: Bleib auf der inneren Spur, außer du willst die nächste Ausfahrt nehmen – dann bleibst du außen. So vermeidest du typische Konflikte mit dem lokalen Verkehrsfluss (Rechtsverkehr).
- Nimm Vollkasko/Vollversicherung, um böse Überraschungen zu vermeiden.
- Auf dem Scooter den vorgeschriebenen Helm tragen (sonst winkt die Polizei), und bei starkem Regen lieber nicht fahren.
| Typ | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Mietwagen | Maximale Flexibilität, überall hin | Steile/enge Straßen, Vollversicherung sinnvoll | 30–100 €/Tag | Unabhängige Entdecker, Familien, Mehrtagestrips |
| Scooter / Mopeds | Spaß an der Küste, günstiger | Helm Pflicht, Regenrisiko, Serpentinen | 20–40 €/Tag | Solo an der Küste, jüngere Reisende |
Weitere Optionen: Taxi, Fähre und geführte Touren

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Taxis sind verlässlich: mit Taxameter (ca. 2 € Grundpreis + 2 €/km) oder festen Flughafenpreisen (ca. 25–35 € nach Funchal). Nachts gibt es Zuschläge.
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Fähren: schnell nach Porto Santo zu den goldenen Sandstränden (ca. 43 € Rückfahrt, 2,5 Stunden). Im Sommer unbedingt vorbuchen – beliebt bei Touristen und Locals. Busse verbinden den Fährhafen in Funchal mit dem Rest der Stadt.
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Geführte Touren lohnen sich für abgelegene Ziele und Küstenwege (z. B. Vereda dos Balcões) oder Aussichtspunkte wie den Cabo-Girão-Skywalk. Minibusse oder TukTuk-Touren (ca. 20–100 €/Tag) starten oft von den größeren Südküstenorten und bringen Geschichte, Tradition und madeirische Kultur mit.
| Typ | Vorteile | Nachteile | Durchschnittskosten | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Taxis | Verlässlich, Taxameter/Festpreis, rund um die Uhr | Teurer, Gruppenpreise oft verhandelbar, Nachtzuschläge | 25–35 € Flughafen | Kurze/verlässige Fahrten, Notfälle |
| Fähre (Porto Santo) | Inselhopping, Strände | Im Sommer vorbuchen, 2,5 Std. Überfahrt | ca. 43 € Rückfahrt | Tagestrip zu den Sandstränden Porto Santos |
| Geführte Touren | Zugang zu abgelegenen Orten, Infos/Geschichte | Feste Zeiten, Gruppentempo | ca. 60–100 €/Tag | Levadas / schwer erreichbare Spots, Erstbesucher |
Insider-Tipps – unterwegs wie ein Local
- Verkehr: Funchal hat weniger Stau als viele europäische Städte – trotzdem Stoßzeiten meiden (ca. 8–10 Uhr und 17–19 Uhr).
- Apps: Madeira Unlocked für Events und Tipps + Google Maps offline zur Navigation + Vamos Juntos zum Mitfahren.
- Notfälle: 112 anrufen.
Mit diesem Mix holst du das Beste aus Madeira heraus. Gute Fahrt!
